Tag 7 – Rückschau, Tipps und Heimreise

Heute ist der 28. Dezember – der Tag des Abschieds. Und wir wollen nicht wieder weg. Obwohl es eine unwirtliche Zeit ist, nachts um drei Uhr von einem beauftragten Fahrer der Öger Tours zur Fahrt zum Flughafen Antalya abgeholt zu werden. Wir haben noch etwas Watte im Kopf nach dem gestrigen Tag. Und wir wollten gestern doch noch im Tageslicht für diesen Blog einige Bilder vom Hotel machen, vom Abendessen-Buffet, vom Hotelpersonal. Aber da wir erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder zurück waren und uns sofort hingelegt hatten, kamen wir leider nicht mehr dazu. Schade.

Aufgefallen ist uns, dass wir in all den Tagen nicht ein einziges Mal das Fernsehgerät im Zimmer eingeschaltet hatten. Lediglich am ersten Tag hatte Michael sich einmal einen Überblick über das Programmangebot verschafft. Außer den ortsüblichen Sendern gab es im Hotel-TV lediglich ZDF, SAT.1, RTL und vox. Also nichts, was man verpassen könnte. Die Affäre rund ums Kabinett Erdoğan ist dieser Tage eh Dauergesprächsthema bei einheimischen Reiseführern, dafür brauchten wir kein deutsches Fernsehen. Uns kam dieser Politthriller nur gelegen, ist der Kurs des türkischen Lira dadurch kurzfristig eingebrochen, somit haben wir mehr Lira pro Euro gekriegt. Aber mittlerweile hat sich der Kurs wieder etwas stabilisiert. Apropos Bargeldbezug: wir empfehlen die SparCard der Postbank. Auf diese überweist man sich vor Anreise in die Türkei einen gewissen Eurobetrag, den man während seines Aufenthaltes verkleckern will und hat dann pro Jahr zehn Barabhebungen an jedem VISA-Geldautomaten kostenlos – und das kursgünstig.

Und wo wir gerade bei Tipps sind – Thema Mobilfunk und mobiles Internet. Lange Jahre war ja Turkcell der Platzhirsch mit dem bestausgebauten Netz in der Türkei. Das hat sich mittlerweile drastisch gewandelt. Es gibt hier die drei Netze Turkcell, vodafone TR und AVEA. Vodafone TR ist ähnlich wie in Deutschland überteuert, und wenn man nicht aufpasst, gerät man beim Roaming in tückische Fallen und zahlt beim mobilen Internet EUR 1,65 – pro 50 kB! Unser Tipp: turktelekommobile.de. Hört sich sehr türkisch an, ist aber ein Prepaid-Reseller von O2-de mit sehr günstigen Roaming-Optionen für das türkische AVEA-Netz. Dieses ist hervorragend ausgebaut – selbst in abgelegenen Bergregionen, in denen nicht einmal mehr Radioempfang möglich ist, hat man beste UMTS-/HSDPA-Verbindungen! Hier gibt es also nirgends schleichende EDGE-Verbindungen wie in vielen ländlichen Gegenden Deutschlands. Eingehende Anrufe aus Deutschland sind kostenlos, ausgehende Anrufe in die Türkei und nach Deutschland kosten – je nach Tarifoption – 5 bzw. 15 cent/Minute. Aufladen kann man ganz einfach mit gängigen deutschen O2-Karten von der Tanke.

Um drei Uhr also Abfahrt vom Hotel. Der Fahrer gab richtig Gas und hat uns in rekordverdächtigen 100 Minuten nach Antalya gebracht.

Frühstück

Warten in Antalya – mit Sesamstangen. Wir hatten ja noch kein Frühstück!

Start bei Sonnenaufgang.

Start bei Sonnenaufgang.

Sicherheitskontrolle am Inlandsterminal (wir fliegen ja erstmal nach Instanbul), Einchecken, und um 6.40 Uhr waren wir in der Luft.

Istanbul-Transit zum Auslandsflug-Terminal

Istanbul-Transit zum Auslandsflug-Terminal

In Istanbul dann rüber zum Auslandsflug-Terminal – wir hatten diesmal nur zwei Stunden Aufenthalt, und so konnten wir uns ein wenig im Duty-free-Shop umtun. Auch diesmal haben wir uns – wie vor drei Jahren – einen Geschenkkarton mit zwei Flaschen Rakı und zwei Gläsern mitgenommen. Dazu noch ein wenig Süßigkeiten. Und eine Stange Billig-Zigaretten für 22 EUR (hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns vorher in Alanya eine Stange einheimischer Zigaretten für 50 Lira/17 EUR mitgenommen). So sind wir unsere letzten 100 TL losgeworden – bis auf einen 5-Lira-Schein, den Michael als Souvenir im Portmonee hat. Dann der „große“ Flug von Istanbul nach Bremen,

Ein letztes Mal Sonne - über ungarischen Wolken.

Ein letztes Mal Sonne – über ungarischen Wolken.

noch einmal das gute Bord-Mittagessen, noch einmal Türkischkenntnisse bei den türkischen Flugbegleiterinnen bei der Getränkebestellung anbringen – und um kurz nach 14 Uhr sind wir dann pünktlich in Bremen gelandet. Schon bei der Öffnung der Türen war uns klar: Dieselgestank und Mistwetter – wir sind in Deutschland. Auffällig war die sehr intensive Passkontrolle mit entsprechender Wartezeit. Auch diesmal flogen wir fast nur mit türkischen Reisenden, die ja ein Visum für die Einreise benötigen. Als wir an der Reihe waren, wurden wir nur kurz nach dem Blick auf unsere Ausweise durchgewunken – da kamen wir uns fast ein bisschen schäbig gegenüber den türkischen Landsleuten vor.

Noch kurz ein Spässken bei der Zollkontrolle – als wir im grünen Durchgang in Hörweite des jungen Zollbeamten waren, sagte Michael zu Damaris „Einmal kontrolliert werden, ich hab das noch nie erlebt, ich kenn das nur ausm Fernsehen“, da grinst uns der Zöllner an und sagt „Darf ich mal kurz in ihr Handgepäck sehen?“ Mit dem Handgepäck meinte er unsere Plastiktüten aus dem Duty-Free-Laden Istanbul. „Ah ja – die zwei Flaschen, eine Stange Zigaretten und die ‚After Eight‘. Sonst irgendwie Waffen oder Drogen?“ – „Nö, außer denen in der Tüte nichts.“ – (lächelnd) „Denn noch eine schöne Heimreise!“ Gut, haben wir das auch mal mitgemacht.

Nun noch die letzte Etappe der Heimreise. Shuttleservice zum Parkplatz bestellen, Auto abholen und dann noch 230 km Richtung nach Hause. Und da machte sich dann doch das Schlafdefizit der letzten Tage bemerkbar. Tagsüber viel unterwegs, nachts an den Blogeinträgen basteln – das merkte man auf der Fahrt entlang der A1/A21 doch ein wenig. Kurz nach 16.30 Uhr waren wir wieder zu Hause – mit ganz vielen Eindrücken im Kopf, einem erweiterten Türkisch-Wortschatz und einem weißen Streifen unter der Armbanduhr, der die letzten sieben Tage keine Sonne abgekriegt hatte. Ab 18 Uhr haben wir 15 Stunden am Stück geschlafen, und das Aufwachen danach war sehr befremdlich: Wachwerden ohne Sonnenschein und sich wieder selbst ums Frühstück kümmern müssen – das kann man sich ganz schnell abgewöhnen 😉 Nach dem Aufstehen Blick aufs Wetter-Widget: es regnet in Alanya! Sei es der Region gegönnt – man braucht es dort dringend!

Dieses Weblog werden wir jetzt aber noch nicht schließen, denn wir kommen ganz bestimmt wieder – irgendwann, bald. Dann natürlich nicht mehr als Hochzeitsreise 😉 Bis dahin: Mutlu yıllar!

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Eine Antwort auf Tag 7 – Rückschau, Tipps und Heimreise

  1. Esther sagt:

    voll die schöne, erlebnis- und abwechslungsreiche, interessante Reise!

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